Fabrizieren

Mach- und Sachgeschichten

Die ersten Tage im neuen Jahr sind schon mal vielversprechend verlaufen. Ich scheine gerade eine meiner „guten“ Phasen zu haben. Vieles geht mir leicht von der Hand. Das betrifft auch die Handarbeiten.

Meine neue Strategie mich den anderen schönen Dingen zu widmen geht auch gut auf. Ich hatte sozusagen eine „Lauf“, als ich erst einmal an der Nähmaschine saß. An vier Kleidern muss ich den Saum kürzen. Das steht schon ewig lange auf meiner Liste. Und mindestens genauso lange will ich schon an zwei anderen die Träger kürzen. Einige Sachen waren ja sogar schon vorbereitet. Ich fand nur nie die Motivation weiter zu machen. Und diese Woche lief es wie am Schnürchen. Alles fertig! Und darüber hinaus stopfte ich noch drei Paar Socken, erneuerte Knöpfe und flickte zwei Hosen.

Das Sockenstopfen war bisher keine meine Lieblingsarbeiten. Aber ich stellte fest, dass meine Technik einfach nur die – für mich – nicht richtige ist. Ich schaute mir verschiedene Methoden an und fand vier, die ich ausprobieren möchte. Die erste war schon mal eine, die mein Favorit werden könnte.
Dabei stellt man wie beim Weben eine „Kette“ her, indem man durch die Maschen oberhalb und unterhalb der Schadstelle einen Faden zieht. Dann fädelt man den Faden – wie beim weben – über und unter den senkrechten Fäden durch und fixiert ihn an den Seiten indem man ihn durch die erste/letzte Masche am Rand zieht. So entsteht ein Flicken, der die Schadstelle überdeckt. Für unsere Stricksocken finde ich das sogar eine witzige Idee, wenn man für die Flicken kontrastreiche Farben nimmt.
Während meiner Suche fand ich wieder etwas der Kategorie „Dinge die die Welt nicht braucht“. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung, denn scheinbar brauchen viele Leute solche Dinge, sonst würden sie nicht hergestellt und verkauft werden. Mit diesem Ding wendet man genau die oben beschriebene Technik an. Dabei befestigt man es an dem zu reparierende Stück oberhalb der Schadstelle. Man zieht den Faden für die „Kette“ zwar auch durch die unteren Maschen, aber: statt den Faden durch die oberen Maschen zu ziehen, legt man sie in die Haken, die sich an dem Gerät befinden. Und dann verfährt man genauso weiter wie oben beschrieben. Am Ende löst man den Faden von den Haken und fertig.
Als ich zum ersten Mal davon hörte fand ich es auch total spannend. Als ich mich aber näher damit beschäftigte und herausfand dass es – meines Erachtens – nicht nur überflüssig sondern auch noch teuer ist, war ich enttäuscht.
Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich „Dinge die die Welt nicht braucht“ als separates Thema aufnehme. Mir fallen immer wieder solche Dinge auf.

Außerdem konnte ich die Decke mit Karomuster fertigstellen. Das kam daher, dass ich mich gerade nicht entscheiden kann, was ich machen möchte und am liebsten alles auf einmal und gleichzeitig. Darum arbeitete ich gerade auch an allen drei Strickstücken, die ich aktuell auf den Nadeln habe, immer wieder im Wechsel. Je nach Konzentrationsfähigkeit geht es mit der Iris weiter, „ohne nachdenken“ mit dem Machir Bay Tuch und „mach das Ding fertig“ mit der Decke. Mittlerweile wollte ich aber auch endlich die Decke fertig bekommen. Darum arbeitete ich in dieser Woche am meisten daran. Und konnte sie endlich von den Nadeln nehmen. Hurra.

Ich denke, im Januar werde ich das „Soll“ an Garnverbrauch nicht erreichen. Die Decke nahm viel Zeit in Anspruch, jedoch ist der Garnverbrauch sehr gering. Auch die beiden Tücher sind nicht gerade „Garnfresser“.

Auf dem Spinnrad ist gerade ein Kammzug aus südamerikanischem Merino. Ich teile mir Kammzüge immer auf, um sie besser handhaben zu können. Dieses Mal teilte ich die 100g in vier Portionen. Da ich noch herausfinden möchte, wieviel ich in einem bestimmten Zeitraum schaffen kann, verschaffte ich mir auf diese Weise einen besseren Überblick darüber wie ich voran komme.
Ich kardierte aber auch ca. 150g Fasern, die ich vor einigen Jahren mal in einer „Wundertüte“ auf einem Kunsthandwerkermarkt kaufte. Es sind zusammengewürfelte Fasern von unterschiedlichster Art (tierische und pflanzliche) in weiß, grau, schwarz und verschiedenen braun Tönen. Alle zusammen wiegen ca. 300g. Ich sortierte mir die Farben so, dass ich einmal die braunen und einmal die schwarzen und grauen Fasern zusammen habe. Dann teilte ich die weißen Fasern so auf, dass beide Farbmischungen ungefähr gleich schwer sind.
Ich begann mit den braunen Fasern und mischte sie mit dem Kardierer. Später werde ich sie noch kämmen und dann auch irgendwann verspinnen. Ich bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt.

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